Installation im Innenhof von Natascha Sadr Haghighian

05. März bis 06. Juni 2021

#saytheirnames

Samuel Yeboah, Ahmet Sarlak, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Said Nesar Hashemi, Sedat Gürbüz, Fatih Saraçoğlu, Vili Viorel Păun, Hamza Kurtovi, Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Enver Şimşek, Aburrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat, Walter Lübcke.

Anlässlich des einjährigen Gedenkens des rassistischen Anschlags in Hanau, hat die Künstlerin Natascha Sadr Haghighian die Leuchtkästen des Innenhofs der Stadtgalerie mit den Namen von Menschen erleuchtet, die Opfer rechten Terrors in Deutschland wurden.

Installation Innenhof - Saskia Riedel

Installation Innenhof - Saskia Riedel

Installation Innenhof - Saskia Riedel

Unter dem Motto "Say Their Names"/ "Sagt ihre Namen" wird an vielen Orten der Welt eine Form des Gedenken, Trauerns und Anklagens etabliert, die sich klar gegen Rassismus stellt und die sich erinnert, um eine andere Welt zu bauen. Während die Namen der Täter oft im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, geraten die Opfer und ihre Angehörigen in den Hintergrund. "Sagt ihre Namen" bedeutet diese Perspektive umzudrehen und die Opfer ins Zentrum zu stellen.

Die 21 Leuchtkästen des Innenhofs erleuchten in spektralen Lichtfarben. Die Kästen tragen jeweils einen Namen in weißer Schrift und bilden ein leuchtendes farbiges Band auf der Wand des Innenhofs.

Die Reihe der Namen beginnt mit Samuel Yeboah, der als politischer Flüchtling aus Ghana nach Deutschland kam und am 19. September 1991 in Saarlouis-Fraulautern ermordet wurde. Sie endet mit dem Namen Walter Lübckes, dem hessischen Regierungspräsidenten, der am 1. Juni 2019 in seinem Haus von einem Rechtextremisten erschossen wurde. Dazwischen sind unter anderem der Name Ahmet Sarlaks zu lesen, der 2002 in Sulzbach (Saarland) ermordet wurde, oder die Namen von Opfern der Anschläge vom 19. Februar 2020 in Hanau, aber auch die Namen von Opfern des nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), die zwischen 2000 und 2006 in verschiedenen deutschen Großstädten ermordet wurden.

Es ist eine Liste, die schmerzhaft lang ist, und doch unvollständig bleiben muss, da der Platz nicht ausreicht. Die Amadeu Antonio Stiftung zählt mindestens 213 Todesopfer rechter Gewalt seit 1990, die tatsächliche Zahl ist aber wahrscheinlich noch höher.

Als Teil der Gesellschaft der Freund*innen von Halit, präsentierte Natascha Sadr Haghighian 2017 auf der documenta 14 in Kassel eine Untersuchung zum Mord an Halit Yozgat. Davor arbeitete sie in der kollektiven Initiative Tribunal „NSU-Komplex auflösen!" mit. Auch ihre Arbeit für den Deutschen Pavillon auf der Venedig Biennale 2019, die in Teilen in der Stadtgalerie zu sehen ist, beschäftigte sich mit der Perspektive einer postmigrantischen Gesellschaft.

Der Innenhof ist trotz der vorübergehenden Schließzeit der Stadtgalerie frei zugänglich und die Leuchtkästen jeden Tag von 11 Uhr bis Sonnenuntergang zu sehen. In einem Faltblatt finden die Besucher*innen kurze Texte zu jedem Namen.