Natascha Sadr Haghighian

le lion malade

19. Februar bis 06. Juni 2021

Natascha Sadr Haghighian zeigt multimediale Installationen, Video- und Audioarbeiten sowie Zeichnungen, die teilweise direkt an die Installation der Künstlerin im deutschen Pavillon der Biennale Venedig 2019 anknüpfen. Die Arbeiten zeichnen die komplexen Verflechtungen und gegenseitige Durchdringung von Technologie, Biologie und Wertschöpfungssystemen nach und stellen ein anthropozentrisches Verständnis von Welt infrage.

In Kooperation mit der Galerie der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar) und der Hochschule für Künste Bremen (HfK Bremen) findet eine weitere Ausstellung statt: Natascha Sadr Haghighian ist Professorin für Bildhauerei an der HfK Bremen. Studierende aus dem Master-Studiengang Kuratieren und Ausstellungswesen der HBKsaar kuratieren eine Ausstellung gemeinsam mit Studierenden der Klasse Sadr Haghighian. Katharina Ritter bringt die Stadtgalerie in einen fortlaufenden Dialog mit Kulturschaffenden im transdisziplinären und transkulturellen Kontext.

Unter dem Motto „Say Their Names“ „Sagt ihre Namen“ wird an vielen Orten der Welt eine Form des Gedenkens, Trauerns und Anklagens etabliert, die sich klar gegen Rassismus stellt und die sich erinnert, um eine andere Welt zu bauen. Während die Namen der Täter oft im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, geraten die Opfer und ihre Angehörigen in den Hintergrund. „Sagt ihre Namen“ bedeutet, diese Perspektive umzudrehen und die Opfer ins Zentrum zu stellen.

Die Reihe der Namen beginnt mit Samuel Yeboah, der als politischer Flüchtling aus Ghana nach Deutschland kam und am 19. September 1991 in Saarlouis-Fraulautern ermordet wurde. Sie endet mit dem Namen Walter Lübckes, des hessischen Regierungspräsidenten, der am 1. Juni 2019 in seinem Haus von einem Rechtextremisten erschossen wurde. Dazwischen ist unter anderem der Name Ahmet Sarlaks zu lesen, der 2002 in Sulzbach (Saarland) ermordet wurde. Weiterhin die Namen von Opfern der Anschläge vom 19. Februar 2020 in Hanau, Namen von Opfern des nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), die zwischen 2000 und 2006 in verschiedenen Deutschen Großstädten ermordet wurden. Eine Liste, die schmerzhaft lang ist, und doch unvollständig bleiben muss, da der Platz nicht ausreicht. Die Amadeu Antonio Stiftung zählt mindestens 213 Todesopfer rechter Gewalt seit 1990, die tatsächliche Zahl ist aber warscheinlich noch höher.